Stand: 13-Feb-2005
Hans Grossenbacher
 

Welche Auflösung wird benötigt?

Wenn über die Auflösung von digitalen Bildern gesprochen wird, taucht immer wieder der Begriff Dots per Inch oder DPI auf. Damit wird angegeben, wie viele Bildpunkte pro Zoll (2.54 cm) vorhanden sind. Zur Verwirrung führt häufig, dass sich bei einem Ausdruck 'DPI' auf das Ausgabemedium (Papier) bezieht, beim Scannen jedoch auf die Vorlage. Solange die Fotos mit einem Flachbettscanner ab Papiervorlagen eingescannt werden, spielt dies keine Rolle, da die Grösse der Vorlage 1:1 ist. Bei einem Dia oder Negativ sieht die Sache anders aus. Die Vorlage ist sehr klein und muss mit einer entsprechend hohen Auflösung gescannt werden, da das Resultat am Bildschirm oder auf Papier ja wesentlich grösser sein soll. Für einen Ausdruck in guter Qualität werden auf dem Papier pro Zoll mindestens 300 Bildpunkte benötigt, also 300 DPI.

Beim Scannen bezieht sich die Auflösung auf die Grösse der Vorlage (Negativ oder Dia), weshalb die Werte relativ hoch sind. Wird ein Kleinbild-Dia mit einer Fläche von 24x36 mm (entspricht 0.94 x 1.41 Zoll) mit 1000 DPI gescannt, ergibt sich ein Bild mit 940 x 1410 Pixel. Wenn man dieses nun in guter Qualität mit 300 DPI zu Papier bringt, ergibt sich eine Grösse von nur 3.1 x 4.7 Zoll, respektive 7.9 x 11.9 cm! Zum besseren Vergleich mit Digitalkameras geben wir die Auflösung zusätzlich in Pixel pro Bild an. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammenhänge und hilft (hoffentlich) beim Verständnis.

 

 Vorlage

 Auflösung beim Scannen 

 Grösse beim Druck
(gute Qualität / 300 DPI)

 in DPI

 in Pixel

 Dia 24x36 mm

1000

940 x 1410

3.1 x 4.7 Zoll / 7.9 x 11.9 cm

 Dia 24x36 mm

3000

 2438 x 4252

9.4 x 14.2 Zoll / 24 x 36 cm

 Papierbild

 300

1063 x 1535

3.54 x 5.12 Zoll / 9 x 13 cm

Welche Auflösung beim Scannen nun tatsächlich benötigt wird, hängt von der geplanten Verwendung der Bilder ab.

Für das Betrachten am Monitor sollte das digitale Bild mindestens die Auflösung des Monitors (z.B. 1024x768 oder 1280x1024) aufweisen. Bilder mit mehr Pixeln können beim Anzeigen automatisch reduziert werden, so das trotzdem das ganze Bild angezeigt wird. Zu viele Pixel 'schaden' nicht, man braucht höchsten etwas mehr Speicher und Zeit zum Bildaufbau. Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung wählt man besser eine zu hohe als eine zu kleine Auflösung.
Wichtig: Ihre Grafikkarte Ihres PC sollte für Darstellung von Fotos auf die höchstmögliche Farbtiefe  eingestellt sein (32 Bit), dies hat einen grossen Einfluss auf die Qualität der dargestellten Bilder. Anstelle von Fabtiefe wird auch die Anzahl Farben angegeben, 32 Bit entspricht 16 Millionen Farben.

Für einen Ausdruck oder eine Laborkopie sollten bezogen auf das gedruckte Bild mindestens 300 Pixel pro Zoll, resp. 120 Pixel pro cm, vorhanden sein. Für ein Bild von 9x13 cm werden demnach mindestens 1100x1600 Pixel benötigt, unser Scan mit 1500 DPI (1350x2000 Pixel) ist dafür geeignet. Für eine Kopie im Format A4 sind bereits 2500x3500 Pixel nötig. Ein Scan mit der maximalen Auflösung von 3570x5330 (4000 DPI) reicht für eine Kopie im Format 30 x 45 cm. In der Preisliste wurde zu jeder Auflösung die maximale Ausdruckgrösse angegeben. Diese Angaben gelten für höchste Qualitätsansprüche, grössere Kopien sind bei entsprechend geringeren Qualitäts-Ansprüchen natürlich möglich. Scans mit sehr hohen Auflösungen lohnen sich nur von entsprechend guten Vorlagen, sonst ist der Unterschied kaum sichtbar, weil aus der Vorlage 'nicht mehr herausgeholt werden kann'.

Wenn Sie ein digitales Archiv Ihrer Bilder erstellen wollen, aus welchem auch in Zukunft qualitativ gute Papierabzüge hergestellt werden können, sollten Sie für Ihre Scans eine Auflösung von mindestens 2000 DPI wählen.

Generell sollte das Scannen nicht in einer (zu) kleinen Auflösung erfolgen, da sich der Aufwand kaum lohnt. Sie können die Auflösung bei Bedarf (z.B. für WEB publishing) mit einem Bildbearbeitungsprogramm jederzeit reduzieren. Wir empfehlen deshalb als Standard einen Scan von 2630x1750 Pixel (2000 DPI), was etwa der Auflösung einer guten Digitalkamera entspricht.

Bitte beachten Sie, dass sich das Seitenverhältnis eines Kleinbild-Negativs oder eines Dias von demjenigen einer Digitalkamera unterscheidet. Beim Kleinbildfilm beträt das Seitenverhältnis 2:3, bei einer Digitalkamera in der Regel 3:4. Ein gescanntes Bild ist deshalb breiter als ein Digitalbild. Bei Bedarf kann das Bild natürlich auch auf ein anderes Seitenverhältnis zugeschnitten werden.

 
Beispiel eines Digital-Bildes mit einem Seitenverhältnis von 3:4. Beispiel eines gescannten Dias mit einem Seitenverhältnis von 2:3.

 

Beispiele für verschiedene Auflösungen

Ganzes Bild
Dieses Beispiel zeigt ein gescanntes Dia als ganzes. Der Ausschnitt rechts wurde mit verschiedenen Auflösungen gescannt. Sie können diese Ausschnitte zum Vergleich im Browser betrachten, oder herunterladen.

Ausschnitt
Diesen Ausschnitt können Sie in verschiedenen Auflösungen be- trachten. Die Grösse auf dem Dia beträgt 12x10 mm. (In Klammern die Dateigrösse)

1500 DPI (54 Kb)

2000 DPI (103 Kb)

3000 DPI (221 Kb)

4000 DPI (422 Kb)